Bezahlbare Wohnmöglichkeiten für alle schaffen

Für Studierende gibt es Studentenwohnheime. Was gibt es für Auszubildende in Darmstadt? Nichts. Das will die SPD ändern. Deshalb hat die Stadtverordnetenfraktion nun beantragt, dass der Magistrat die Schaffung von gesondertem Wohnraum für Azubis prüfen soll. Analog zum Studierendenwerk soll obendrein die Gründung eines AzubiWerkes geprüft werden.

Die SPD steht für ein Darmstadt wieder für alle. Folglich nimmt sie auch wieder alle in den Blick. Hier konkret die Azubis, denn sie wurden in den vergangenen Jahren von der Stadtregierung übersehen. „Unser Anliegen ist es, dass die Darmstädter Wohnungspolitik Rücksicht auf alle Zielgruppen nimmt und vielfältige und bezahlbare Wohnmöglichkeiten für alle schafft. Mit dem neuen Konzept für Azubi-Wohnen sollen die individuellen Bedürfnisse der Auszubildenden angesprochen und befriedigt werden“, begründet SPD-Fraktionschef Michael Siebel den Antrag.

So soll sich die Miete beim „Azubi-Wohnen“ an den BAFÖG-Sätzen für Wohnraum orientieren und auch ein Mietzuschuss durch die Ausbildungsbetriebe soll angestrebt werden. Zur Umsetzung des Vorhabens wird die Stadt beauftragt, weitere Akteure mit ins Boot zu holen. Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, möglichen Ankerunternehmen, Vertretern der beruflichen Schulen, der Liga der freien Wohlfahrtsverbände und den Gewerkschaften soll ein runder Tisch eingerichtet werden, der mögliche Wege der Realisierung erarbeitet. Zudem beantragt die SPD-Fraktion, Gespräche mit möglichen Kooperations-Partnern für eine gemeinsame Umsetzung zu führen, um in die konkrete Planung einzusteigen. Benannt werden die BauvereinAG, die HEAG-Wohnbau und die gemeinnützig Siedlungswerk GmbH Frankfurt.

„Wiesbaden und München zeigen, dass es im Zusammenspiel mit Wohnungsbaugesellschaften, Unternehmen und Gewerkschaften gelingen kann, bezahlbaren Wohnraum für Azubis zu schaffen“, sagt Bijan Kaffenberger, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD-Darmstadt. Angesichts dieser Beispiele forderte er bereits 2024, dass in Darmstadt ebenfalls Maßnahmen ergriffen werden, um das Leben hier für Auszubildende bezahlbar zu machen und so auch dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. „Ich würde es begrüßen, wenn politisch Verantwortliche gemeinsam mit den Sozialpartnern in Darmstadt einen Weg finden und wir weitere Schritte in diese Richtung gehen. Denn wo ein politischer Wille ist, ist auch ein Weg“, meint Kaffenberger.

„Der angespannte Wohnungsmarkt – vor allem im Segment der bezahlbaren Wohnungen – erschwert die Wohnungssuche für junge Menschen, die sich für eine Ausbildung begeistern können“, erläutert Siebel. „Die Nachfrage nach kleinen und bezahlbaren Wohnungen ist insbesondere in Darmstadt sehr hoch und entsprechende Angebote für Auszubildende sind bei uns eine Seltenheit.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende ist überzeugt, dass das Angebot des Azubi-Wohnens die Attraktivität Darmstadts als Ausbildungsstandort erhöhen würde. „Es würden bessere Startbedingungen für junge Menschen geschaffen, die ihre Ausbildung in Darmstadt absolvieren wollen“, ist sich Siebel sicher.