Der Schulentwicklungsplan lässt wesentliche Fragen offen: Es braucht Klarheit über Kapazitäten und Plätze an integrierten Gesamtschulen in allen Stadteilen

Die SPD-Fraktion im Darmstädter Stadtparlament sieht den Entwurf des neuen Schulentwicklungsplans kritisch und hat eine entsprechende Stellungnahme zum aktuellen Entwurf abgegeben. Die Fraktion hält an ihrer Forderung einer neuen Integrierten Gesamtschule fest (IGS) und warnt, dass es an den Schulen noch enger werden könnte.

Vieles wurde nicht wie geplant gebaut
Schon im letzten Schulentwicklungsplan war vorgesehen, mehr Plätze zu schaffen. Doch viele Vorhaben wurden nur teilweise oder deutlich später umgesetzt. Bei den Grundschulen haben sich mehrere Neubauten verzögert. In Arheilgen wurde eine bereits genehmigte Maßnahme des Staatlichen Schulamts weder umgesetzt noch vorbereitet. An den weiterführenden Schulen sind die Schülerzahlen schneller gestiegen als erwartet, vor allem in den Klassen 5 bis 10 und an den Förderschulen. Und für die kommenden Jahre rechnet man mit noch mehr Kindern. Darauf muss der neue Plan eine klare Antwort geben.

Darmstadt braucht eine neue Gesamtschule
Die SPD will das Angebot an Integrierten Gesamtschulen deutlich ausbauen. Viele Familien wünschen sich verschiedene Wege durch die Schulzeit. Außerdem wechseln Kinder in den ersten Jahren oft die Schulform und brauchen dann einen Platz. Mehr Gesamtschulplätze würden auch die Gymnasien entlasten.

Dafür braucht es nach Ansicht der SPD eine echte Ergänzung zum bisherigen Angebot. Die neue Schule muss groß genug sein, ein gutes pädagogisches Konzept haben, Platz zum Wachsen bieten und schon ab Klasse 5 starten. Die Mornewegschule könnte dabei zu einer größeren, gestärkten Gesamtschule werden. Die SPD macht sich aber Sorgen, dass die Gesamtschulplätze dann noch ungleicher über die Stadt verteilt sein könnten als heute.

Wo soll die Schule hin? Bisher keine Antwort

Das größte Fragezeichen ist der Standort. Dem Stadtparlament wurde nach wie vor kein konkreter Standort für eine neue Gesamtschule genannt. Auch ist nicht bekannt, nach welchen Kriterien Standorte auswählt werden. Deshalb sieht die SPD es kritisch, dass der Plan eine neue dreizügige Gesamtschule ablehnt. Solange niemand erklärt, wo, in welcher Größe und bis wann die Mornewegschule an einem neuen Ort weiterentwickelt werden könnte, überzeugt diese Absage nicht. Für die SPD ist klar: Entweder entsteht eine neue Schule mit mindestens drei Klassen pro Jahrgang zusätzlich zum bisherigen Angebot, oder eine bestehende Gesamtschule wird deutlich vergrößert.

„Ein Schulentwicklungsplan muss sicherstellen, dass perspektivisch alle Kinder einen passenden Platz bekommen. Das leistet der Entwurf in der jetzigen Form nicht. Wenn mit der Mornewegschule ein Gesamtschulangebot aus dem Herzen Bessungens verschwinden soll, hat das ein Geschmäckle. Wenn außerdem niemand sagen kann, wohin die Schule zieht, ist das keine Grundlage für eine Zustimmung. Wir sind gesprächsbereit, aber Schuldezernent Klötzner muss jetzt Antworten liefern“, so Bijan Kaffenberger, Co-Vorsitzender der SPD-Fraktion Darmstadt.